Fechten Eintracht Hildesheim
Fechten Eintracht Hildesheim

Gebührender Einstieg nach Coronapause: Gold und zweimal Bronze bei den Landesmeisterschaften

Nach langer Zeit war es endlich wieder soweit: Die ersten Turniere nach der Coronapause werden ausgetragen. Und was für eins zum Beginn! Gleich zum Auftakt wurden die diesjährigen Landesmeisterschaften in Braunschweig nachgeholt. Um die Anzahl der Menschen und Kontakte in der Halle etwas zu entschärfen, wurden die Wettbewerbe über den ganzen Tag verteilt. Früh morgens fingen die Damen an, bei denen eins schonmal klar war: Der Titel würde neu vergeben werden. Der Grund dafür war, dass mit Louisa Sölter die Titelverteidigerin berufsbedingt passen musste. Eine Mannschaft konnte Eintracht Hildesheim so bei den Damen nicht stellen, jedoch waren im Einzel Zoe Licata und Juliane Oppenländer am Start. Im Kampf um die Medaillen waren beide souverän: Opeenländer gewann im Viertelfinale gegen Miriam Kmelnitzki vom FK Hannover mit 15:9, sie führte über das gesamte Gefecht und der Sieg war kaum ernsthaft gefährdet. Das gleiche Ergebnis holte sich auch Licata, jedoch mit völlig anderem Gefechtsverlauf: Gegen Uta Terlutter vom SV Munster lieferte sie sich einen harten Fight bis zum 9:9, doch dann platzte der Knoten. Licata ließ ihrer Kontrahentin keine Chance mehr und fegte Terlutter mit 15:9 von der Bahn. Und dieses auf und ab in weniger als zwei Minuten reiner Gefechtszeit, was bei anderen nicht einmal ausreicht um ihre Vorrundengefechte auf 5 Treffer zu beenden. Im Halbfinale war dann allerdings für beide Schluss: Licata verlor mit 15:11 gegen Caroline von Finckenstein von Frisia Wilhelmshaven, die sich später den Titel sichern konnte. Oppenländer verlor mit 15:12 gegen Lucy Kölsch vom Ausrichterverein MTV Braunschweig.

Bei den Herren am Nachmittag waren mit Noah Gollnick, Frederik Nöhre und Nils Gloris 3 Starter aus Hildesheim im Feld. Eine gute Vorrunde gelang vor allem Gollnick, er verlor nur – wie sollte es anders sein – gegen den Vereinskollegen und langjährigen Trainingspartner Nöhre. Nach der Vorrunde an Position 2 gesetzt ging es dann direkt gegen einen weiteren Vereinskameraden: Nils Gloris musste sich Gollnick deutlich geschlagen geben, es gelang ihm nur der Ehrentreffer zum 1:15. Sein Debut im Herrenbereich schloss er damit auf Platz 15 ab. Auch Nöhre musste sich früh verabschieden, er verlor etwas überraschend gegen den Jungen Paul Seemann vom TSV Winsen mit 12:15 und beendete das Turnier auf Platz 12. Für Gollnick ging es jedoch weiter, zunächst gegen Roger Pearson aus Winsen. Dies stellte allerdings keine übermäßige Hürde dar, Gollnick gewann noch im ersten drittel mit 15:5. Im Halbfinale kam ein wirklich harter Brocken auf ihn zu: Routinier Axel Klages vom TC Hameln konnte Gollnick bis dato nie im k.o.-Durchgang besiegen. Doch heute sollte wirklich alles gelingen, nach einem überlegenen gewann Gollnick mit 15:8. Also wartete noch das Finale: Als Kontrahent trat völlig unerwartet der erst 15-Jährige Jost Maison auf, der bei seinem Debut das Feld ordentlich durcheinanderwirbelte und bis zu diesem Zeitpunkt noch keine Niederlage zu verbuchen hatte. Doch den besseren Start hatte Gollnick, er erarbeitete sich eine 6:0-Führung. Der Youngster aus dem Norden hatte jedoch nach dem langen Tag noch erkennbar mehr Kraft in den Beinen und konnte sich auf 13:13 heranarbeiten. Doch in der Entscheidenden Phase konnte Gollnick noch eine Schippe drauflegen und brachte das Ding mit 15:13 nach Hause. Landesmeister! Gold und zweimal Bronze waren so eine mehr als ordentliche Einzelbilanz für Hildesheim.

Im Mannschaftswettbewerb am späten Abend merkte man allerdings doch den langen Tag der Fechter. Als Titelverteidiger war Hildesheim im Halbfinale gegen den kleinen Nachbarn vom SV Alfeld mit Malte Hasse, Clemens Bock und Leonhard Wolfram der klare Favorit. Im letzten Gefecht fehlten Gollnick jedoch nach langem Einzelwettbewerb und vorherigem Einsatz als Kampfrichter bei den Damen die Kräfte, um sich den wuchtigen Angriffen des Alfelder Schlussfechters und Mannschaftsspezialisten Hasse entgegenzustellen, das Halbfinale ging mit 39:45 verloren. Entsprechend wurde im Bronzematch taktisch umgestellt, Nöhre sollte nach guten Leistungen im Halbfinale das Schlussgefecht gegen die extrem junge, aber hochtalentierte Truppe aus Winsen mit Maison, Seemann und Pearson absolvieren. Doch diese Idee sollte am Ende nicht zum erhofften Sieg verhelfen, Eintracht verlor mit 41:45. Winsen sicherte sich Bronze, der SV Alfeld konnte mit einem grandiosen Wettkampf auf den letzten Metern noch den FK Hannover überholen und krönte sich erstmals zum Landesmeister der Mannschaft im Erwachsenenbereich.

Einen Herzlichen Glückwunsch an alle Landesmeister und einen großen Dank an den Ausrichterverein vom MTV Braunschweig. Genesungswünsche gehen an Robert Müller vom MTV Braunschweig, der sich im Wettkampf verletzte und so seine Position im Favoritenfeld nicht mehr einnehmen  konnte. Nächster Halt: Weißherbst-Turnier in Hamburg!

 

Noah Gollnick